Eine Vorliebe für Sechzehntel-Noten
09.05.2009 | Sabine Metzger | Allgäuer Anzeigeblatt | Oberallgäu-Kultur
Obermaiselstein | Für das Tenorhorn habe er sich entschieden, weil er Blasmusik mag und weil er unbedingt ein etwas größeres Instrument haben wollte, sagt Benedikt Pinn aus Obermaiselstein, zwölf Jahre alt
und Bundessieger beim Solo-/Duo-Wettbewerb des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes (ASM). Benedikt ist Musiker in der Jugendkapelle Fischen und wurde in den vergangenen Jahren von Dirigent Johannes Möller unterrichtet.
Der (Solo-/Duo-Wettbewerb ist ein landesweiter Nachwuchs-Wettbewerb, bei dem die jungen Musiker zunächst beim Bezirkswettbewerb vorspielen. Wer dabei gut abschneidet und die Weiterleitung schafft,
tritt in der zweiten Stufe, dem Bundesentscheid, an. Dort sind Musiker aus allen 17 ASM-Bezirken vertreten. Die dritte und höchste Stufe ist schließlich der Bayerische Landesentscheid, an dem die besten Musiker aus den drei Musikbünden Ober- und Niederbayern, Nordbayerischer Musikbund und ASM teilnehmen.
Benedikt war beim diesjährigen Wettbewerb auf Bezirks- und Bundesebene überaus erfolgreich und hat mit seiner Punktzahl problemlos die Weiterleitung zum Landesentscheid erreicht. Aber weil der Wettbewerb mit der Klassenfahrt ins Skilager nach Bozen zusammenfiel, konnte er beim Landesentscheid nicht mehr antreten. Allerdings war Benedikt vor zwei Jahren schon einmal beim ASM-Solo-/E)uo-Wettbewerb höchst erfolgreich. Damals passierte er alle drei Wettbewerbsstufen und wurde bei der Endausscheidung mit seinem Tenorhorn Landessieger. Im vergangenen Jahr ist er zudem beim KammermusikWettbewerb des ASM angetreten. Die Weiterleitung hatte das Quartett damals nur ganz knapp verfehlt. "Da ging es nur um einen einzigen Punkt", erzählt er.
Benedikt mag am liebsten schnelle Kompositionen. "Am besten mit vielen Sechzehntelnoten, auch wenn die nicht leicht zu spielen sind". Wenn er eine Melodie erst einmal im Ohr hat, fällt es ihm leicht, vom Blatt zu spielen. "Aber das ist ja immer nur die Grundlage. Erst danach kommen die Feinheiten". Für ihn ist es eine Herausforderung, sich ein Werk zu erarbeiten und daran zu feilen. Neben Blasmusikkompositionen wie Märschen und Polka spielt Benedikt aber auch gern Klassisches. Werke von Wolfgang Amadeus Mozart und Georg Philipp Telemann hatte er für den ASM-Wettbewerb einstudiert.
Große Freude machen ihm auch die Unternehmungen mit seiner Kapelle. Kürzlich war das Ensemble auf großer Reise am Gardasee und hat dort am Internationalen Blasorchesterwettbewerb "Flicorno d'Oro" teilgenommen. "Wir haben den siebten Platz gemacht und dazu noch eine Auszeichnung bekommen", berichtet Benedikt. "Das war richtig gut." Gefallen hat ihm auch die Fahrt zur Landesgartenschau im vergangenen Jahr, bei der die Fischinger Jugendkapelle ein kleines Konzert gegeben hat. Benedikt Pinn geht in die 6. Klasse am Gymnasium in Oberstdorf. Er hat bereits bei Weihnachtsfeiern vorgespielt und stand beim Schulabschlusskonzert des Gymnasiums mit dem Bläserensemble auf der Bühne. "Blasmusik ist mein großes Hobby", sagt er. "Aber deshalb muss es ja nicht immer nur Blasmusik sein. Aktuelle Hits mag ich schon auch".
zurück